PSYCHOLOGIK  -  Positive Psychologie, Flow, LebensWert


  • "Übellaune ist ein klares Symptom, dass ein Mensch gegen seine Bestimmung lebt." (Ortega y Gasset)

     

     

     10.01.14


    "bonjour tristesse...."

    Ob Zeitmangel, ewiger Stress, unruhiger Schlaf oder diverse Rollen in die wir gedrängt werden, zumeist treiben uns dabei Sorgen, innere Ängste oder unbekannte Blockaden. Viele lernen mit dem Verlust von Lebensqualität eher umzugehen und zu ertragen, als daran etwas zu ändern. Warum ist das so? Lebensfreude ist keine äußere Bedingung oder eine Glaubensfrage sondern, glaubt man den aktuellen Studien der Hirnforschung, eine innere Haltung. ......weiterlesen

     

    die Macht innerer Bilder

    Achtet man auf die Blicke, die einem auf der Strasse begegnen, ist man versucht zu denken, einige wären auf dem Weg ins nächste Gefängnis und andere befinden sich im pausenlosen Wettrennen ums Leben. Dabei geht um Bilder, die wir in unseren Köpfen umhertragen, welche unser Denken, Fühlen oder Handeln bestimmen. Wie aber sind diese Bilder dorthin gekommen? Wer oder was ist verantwortlich dafür, welches Bild wir uns über uns selbst, über andere und unser Leben machen. Es geht darum, wie diese Bilder in unseren Köpfen wirken, woher sie kommen und wie wir es anstellen, dass künftig nicht diese Bilder, sondern wir unser Leben bestimmen.

     

    Bilderkennung

    "Entdeck dich mal" steht hier... Machen sie dich froh (frei) oder engen sie dich ein und vor allem wohin werden sie dich führen? Wir sind mit unserem Gehirn in der Lage, bereits angelegte innere Bilder, mit neuen Bildern (Erfahrungen) zu vergleichen und zu verändern. Diese Fähigkeit, neue Wahrnehmungen zu machen und diese Wahrnehmungen in Form neuer Verbindungsmuster im Gehirn zu verankern, ist beim menschlichen Gehirn besonders gut entwickelt. (vgl. G.Hüther)*

     

    Spezialität des Hirns

    "Um entscheidungsfähig zu sein, ob die bisher im Gehirn, für Denken, Fühlen und Handeln angelegten Prägungen so bleiben oder verändert werden können, brauchen sie ein lebenslang lernfähiges Gehirn. Genau das ist die spezielle Fähigkeit des menschlichen Gehirns. Die Spezialität des menschlichen Hirns, war die Entwicklung des Vielpotenzials, der Kreativität. (vgl. G. Hüther)*

     

    die Pädagogik der Befreiung

    Lernen wird oft nicht als Befreiung, sondern als Fremdbestimmung oder Zwang erlebt. Nicht das klassische Konzept, dessen zentrale Absicht das "Eintrichtern" von Wissen ist, sondern die Entwicklung von (Selbst-)Bewusstsein ist die Idee von P.Freires "Pädagogik der Befreiung". Lernen ist kein autoritärer Prozess, sondern ein sozialer, was sich durchaus in den Social Web, Media oder Network Entwicklungen zeigt, aber noch viel deutlicher und überzeugender aus den Erkenntnissen aktueller Hirnforschung hervorgeht.

    

    Spiel - Naturprinzip des Lernens

    Wie elementar Spiel, und das es mehr, als nur kindliches Verhalten ist, entdeckte Stuart Brown: „Ein Mangel an spontanem, fantasievollem Spiel verhindert, das Kinder zu glücklichen und verträglichen Menschen werden.“ Spielen fördert die Entwicklung sozialer Kompetenzen, potentieller Handlungsmöglichkeiten, sowie neue Nervenzellen und Verschaltungen im Gehirn. „...Spielen der wichtigste Mechanismus ist, durch den die höheren Hirnregionen entwickelt und sozialisiert werden.“ _Jaak Panksepp (Washington Stat. Univ)

     

    Pädagogik und Spiel

    Betrachtet man die Spielformen der Kindheit, so zeigt sich, dass das Spiel zur Entwicklung sensomotorischer Kompetenzen führt. Realität wird rekonstruiert und es werden die drei Faktoren für die Persönlichkeitsentwicklung und geistige Haltung verbunden. ERLEBNISVERARBEITUNG (Bezug zur Vergangenheit), ERLEBNISGESTALTUNG (Gestaltung der Gegenwart) und Bedürfnis- sowie motivationsgesteuerte ZIELORIENTIERUNG. (Ausrichtung auf die Zukunft). Nicht spielen, wirkt sich sowohl auf die Persönlichkeitsentwicklung, als auch die Problemlösungsfähigkeit negativ aus.

     

    Spiel der Befreiung

    Zu den Theorien von Paolo Freire entwickelte Augusto Boal eine Methode der praktischen Umsetzung – ein Schau-Spiel der Befreiung, das Theater der Unterdrückten. Befreiendes Lernen mit allen Sinnen ist jene Alternative, welche durch Erfahrung und Erleben, dem Lern- und Entwicklungsprinzip der Natur, - dem Spiel - folgt. Spielerische Prozesse animieren die Vorstellungskraft, visualisieren Situationen, entwickeln Fähigkeiten, aktivieren Ressourcen und erzeugen dadurch eine Probe zur Realität.

     

    Entwicklung von Fähigkeiten

    "Wir lernen durch Erfahrung und Erleben. Das trifft sowohl für das Kind zu, das vom Strampeln über das Krabbeln zum Gehen kommt, als auch für den Wissenschaftler mit seinen Formeln. Fähigkeiten werden in dem Moment entwickelt, in dem jemand den ganzen Spass und die Erregung genießt, die ein Spiel zu bieten hat – dann genau ist er wirklich offen, sie zu empfangen". (V. Spolin)*

     

     

     

    15.04.2013


    Kopf an Kopf Rennen

    Im Denken der modernen Industriegesellschaft ist verankert, dass Konkurrenzdruck die Grundlage für Weiterentwicklung sei. Dabei sollten wir längst begriffen haben, dass ein Kopf-an-Kopf-Rennen nicht weiterentwickelt, sondern stromlinienförmige Leistungsoptimierung und geistige Anpassung, nicht aber Komplexität oder Bewusstsein erzeugt.

     

    Entwicklung vergnügt sich

    In der Evolution ist Wettbewerb weder Grundlage noch Voraussetzung für wirkliche Entwicklung. Welche Faktoren "wirklich" Entwicklung bringen, erkannte als erste Wissenschaftlerin B. Fredrickson: „Positive Emotionen vergrößern unsere angeborenen zwischenmenschlichen, geistigen und körperlichen Ressourcen und Fähigkeiten. Mit dem Mittel des Vergnügens, verführt die Natur uns zu tun, was uns nützt.“ (B. Fredrickson)

    

    positive Psycho-logik

    Die Positive Psychologie zeigt neue Wege und Richtlinien  innerhalb der allgemeinen Psychologie, mit der Zielsetzung, die guten Aspekte des menschlichen Miteinanders zu erforschen. Dabei werden zentrale Lebensthemen, wie Glück, Optimismus, Geborgenheit, Vertrauen und Solidarität in den Vordergrund gestellt. M.P. Seligman, Initiator der positiven Psychologie begründet das Wieso folgend. "Es brauchte Barbara Fredrickson, (Prof. Univ. of Michigan), um auch meinen Kopf davon zu überzeugen, dass positive Emotionen einen tiefen Zweck haben, abgesehen von den herrlichen Gefühlen, die sie uns schenken.  

     

    positive Gefühle

    geben uns Reserven auf die wir zurückgreifen können, wenn wir in positiver Stimmung sind, weitet sich im Gegensatz zu den Einschränkungen durch negative Emotionen unser geistiger Horizont, wir sind tolerant und kreativ, wir öffnen uns für neue Ideen und neue Erfahrungen. mögen andere Menschen lieber, und Beziehungen werden gefestigt". (vgl. Seligman 2008) der positive Kurs

     

    in guter Stimmung

    Positive Stimmung versetzt uns in eine völlig andere Denkweise, als negative Stimmung, sie leitet uns auf einen anderen Kurs des Denkens. Ist im negativen Fall der Tagesbefehl, falsches zu suchen und zu eliminieren, so ist er im positiven Kurs kreativ, tolerant, konstruktiv, großzügig und offen. Er richtet sich nicht darauf was falsch ist, sonder konzentriert sich auf das was möglich und richtig ist. Er verzettelt sich nicht darin Fehlerquellen zu entdecken sondern ist vorsätzlich darauf aus Lösungsmöglichkeiten zu finden. (vgl. Seligman 2008)

     

    LebensWert

    Die Positive Psychologie verlässt den bisherigen Forschungsschwerpunkt Defizite zu finden. Sie wendet sich der Erforschung dessen zu, was den Menschen allgemein stärkt und das Leben lebenswerter macht. Dabei stehen drei zentrale Bereiche im Fokus:

    • die Erforschung positiver Emotionen,
    • die Erforschung positiver Wesenszüge o. Eigenschaften
    • die Erforschung positiver Strukturen.

    Der Blick auf die positiven Seiten der menschlichen Existenz ist in der Geschichte der wissenschaftlichen Psychologie nicht vollkommen neu, jedoch ihr Bemühen es auf eine nachvollziehbare und breite Basis zu stellen sowie um wissenschaftliche Fundierung.

     

     

    19.03.2013


    negative Denkkreisläufe

    Sharrington, Franz, Lashley und Hebb erbrachten die eindeutigen Beweise, dass das Gehirn durch Erfahrungen beeinflusst wird. Es unterliegt Veränderungen, je nachdem, welches Leben ein betreffender Mensch führt. An der Harvard Universität haben David Hubel und Torsten Wiesel gezeigt, dass negative Erfahrungen dazu führen die Entwicklung des Gehirns zu beeinträchtigen. Heute geht man aus wissenschaftlicher Sicht davon aus, dass eine negative und gedrückte Stimmung durch die Erfahrung entsteht, an einer unangenehmen Situation, nichts ändern zu können. In Folge wird diese Haltung zu einem Selbstläufer.

     

    erlernte Hilfolosigkeit

    "Gelernte Hilflosigkeit" ist der Fachbegriff für die Theorie von Depression und Niedergeschlagenheit, die in erster Linie durch resignierendes Verhalten entstehen. Eine erste Ahnung von diesen Zusammenhängen hatte M.P. Seligmann der in seinen Studien zu dem klaren Ergebnis kam, dass "unser Lebensgefühl eindeutig weit mehr davon abhängt, wie wir eine Situation bewerten, als davon, wie die Lage wirklich ist".

     

    entscheidende Freiheit

    Wir können demnach entscheiden, ob wir lernen uns gut und glücklich zu fühlen, oder schlecht und unglücklich.  Positive Gefühle brauchen  diese bewusste Entscheidung. Die gewohnte Reaktion auf ein Unglück oder seine Folgen ist  kontraproduktiv. Wer sich zu sehr zurückzieht, macht es bedeutend schlimmer. Wir fühlen uns deprimiert, wenn unser Gehirn zu wenig aktiv ist.

     

    Kompass gute Gefühle

    Den richtigen Kompass finden wir in unseren VORLIEBEN, POTENZIALEN, ANLAGEN und STÄRKEN. Aktivität hilft fast immer. Noch besser sind Handlungen, Tätigkeiten und Herausforderungen, die uns zu kleinen Erfolgs-Gefühlen verhelfen. Wenn wir aktiv sind und uns auf Neues, Positives konzentrieren, geht dies mit einer gesteigerten Ausschüttung von Dopamin einher. Dies stellt für unser Empfinden eine Belohnung in Form von Stimmungsaufhellung und Motivations-Doping dar.

     

     

    12.03.2013


    Optimismus  und andere Fakten des Glücks

    Die Strategie der positiven Psychologie folgt der Logik einer richtigen Fragestellung. Was macht Freude und Zufriedenheit aus?, Welche Glücksfaktoren kann man selbst beeinflussen? Wie entsteht Flow? Wie entdeckt und erkennt man seine individuellen Stärken und Potenziale? Welcher Lebensstil bringt Sinn, Freude und Gesundheit? Daraus folgende Themenschwerpunkte sind:

    • positiver Denkstil, Optimismus
    • Flow in der Arbeit
    • Einsatz der Stärken
    • soziale Kompetenz u. Synergie
    • Potentiale und Ressourcen
    • Salutogenese

     

    Optimismus im Vorteil

    Eine optimistische Denkhaltung ist immer im Vorteil. Sowohl in guter, als auch in kritischer Zeit orientiert sie sich an potentiellen Chancen, entweder an neuen Herausforderungen oder im negativen Fall an Lösungsansätzen. Wenn wir in positiven Gefühlen sind weitet sich der Blickwinkel nicht nur geistig, sondern auch körperlich, im Gegensatz dazu haben negative Gefühle die Bestimmung, uns vor Gefahr zu schützen und richten unsere Aufmerksamkeit ausschließlich auf das Problem.

     

    weitsichtiger und klüger

    Eine großangelegte Studie hat sichtbar gemacht, dass ein optimistischer Denkansatz in jedem Fall mehr bringt, da er Motivation freisetzt, als auch lösungsorientierter, handlungsfähiger, weitsichtiger und klüger macht. In negativen Umständen ist er eine Erleichterung und Hilfe, in positiven, suchen Optimisten neue Herausforderungen, erkennen eher potentielle Chancen und mit Sicherheit eine bessere Lebensqualität.

     

     

    05.02.2013


    Flow

    Flow benötigt zwar mehrere Faktoren jedoch zwei wesentliche Kriterien, 1.) ein forderndes Ziel und 2.) das Gefühl über die notwendigen Ressourcen zu verfügen, um dieses Ziel erreichen zu können. Ist eines von beiden nicht gegeben, resultiert daraus Unter- oder Überforderung in beiden Fällen eine De-Motivation. Gerade deshalb ist es so wichtig die eigenen Stärken zu erfahren, denn nur dieses (Selbst-)Bewusstsein macht es möglich, den inneren Antrieb (intrinsisch) zu finden und an neue Herausforderungen heranzuwagen.

     

    Stärken, Talente und Fähigkeiten

    Der Ansatz der Positiven Psychologie liegt in erster Linie darin, bestehende Stärken zu aktivieren bzw. auszubauen und nicht wie in traditionellen Modellen Schwächen zu kompensieren oder auszugleichen. Es geht dabei eben nicht, von -2 auf +1 zu kommen, sondern die individuellen Anlagen, Talente und Stärken von z.B. +3 auf +8 zu erweitern. Damit wandelt sich der Ansatz aus einem Mangelbewusstsein, das von sich aus negative Gefühle erzeugt, in ein Stärken- und Potentialbewusstsein zu kommen, was die Basis für ein gesundes Selbst-Vertrauen darstellt.

     

    Soziale Kompetenz - Empathie und Synergie

    Mit diesem Bewusstsein ist es relativ einfach zu kooperieren und Synergien zu erzeugen. Wenn die Stärken und Kompetenzen bekannt sind, können sie auch in ein Team eingebracht oder zur Verfügung gestellt werden. Es wird bewusst, dass unterschiedliche Fähigkeiten die Erfolgsmöglichkeiten vervielfacht. Dadurch entsteht soziale Kompetenz, weil deutlich wird, dass jedes individuelle Potenzial Teil einer Summe ist und es eröffnet sich die Mölgichkeit, über die Ressourcen für Teams, Projekte oder Unternehmen zu verfügen.

     

    Potentiale

    Potentiale sind permanent existente Möglichkeiten, die aber nur dann ergriffen werden können, wenn auch die Fähigkeiten dazu erkannt sind. Menschen die über Kreativität verfügen, werden leicht neue Ideen oder Lösungen finden. Gleichfalls werden jene, die eine organisatorische Begabung haben, Abläufe wesentlich leichter optimieren oder verbessern. Ebenso wie jene, die eine kommunikative Kompetenz besitzen, den Nutzen von Dienstleistungen oder Produkten besser transportieren können. Dass ein Konstrukteur oder Mechaniker eines Autos nicht unbedingt der beste Fahrer sein muss, würde im Rennsport niemand in Frage stellen. Die Klärung, Zusammenführung und Koordination unterschiedlicher Potentiale sind in jeder Organisation ein zentraler Erfolgs- und Gewinnfaktor.

     

    Salutogenese

    "Arbeit als Notwendigkeit, reduzierter Einsatz, Ressourcen und Talente im Verborgenen sind die Merkmale vergifteter Unternehmen" sagt David Goleman und macht damit deutlich, dass Krankenstände und frühzeitige Arbeitsausfälle hier vorprogrammiert sind. Ein positives Gedankengut erhöht nicht nur die Effizient, das Leistungspotential, das Teamverhalten, die Kreativität oder Kundenkommunikation, sondern verringert die Anfälligkeit von Krankenständen. In positiven Unternehmen entsteht eine salutogenetische Dynamik, mehr Regenerationsfähigkeit, als auch eine positive Zukunftsspirale.

     

    Das Finden, die Entwicklung und Koordination von Potentialen ist eines der Hauptfaktoren für positive Gefühle in einem Unternehmen sowie ein Ansatz von Weiterentwicklung und Bildung von smileworks auf betrieblicher Ebene. Mit bereits erfolgserprobten Modulen, Techniken aus der Impro, praktischen Übungen an Beispielen, aber auch fundiertem theoretischem Wissen und der nötigen Brise Leichtigkeit und Humor, gewinnen Sie ihr Lächeln, ihre Kompetenzen und Ihren Erfolg.

     

     

    Buchempfehlung

    Martin E.P. Seligmann / Der Glücks-Faktor / Bastei Lübbe 2005

    Sharon Begley / neue Gedanken neues Gehirn / Goldmann 2007

    Stefan Klein / Die Glücksformel / rororo 2008




„Wo alle das gleiche denken, denkt niemand besonders viel“ Walter Lippmann