WIN+WIN  -  Spiegelzellen, Synergien, MehrWert


  • "Wir können nicht, nicht kommunizieren." (P. Watzlawick)

     

    Sprache ohne Worte

    Eine hier nicht genannte Firma stattete ihre Verkäufer mit einem Schildchen aus „ich bin freundlich“, wird einem da nicht irgendwie bewusst: „ist Unfreundlichkeit die Norm?.... und zum anderen brauchen wir dafür schon einen schriftlichen Hinweis? Irgendwie widerspricht es der 1996 gemachten Entdeckung von G. Rizzolati (Neurobiologe Uni Parma) der Spiegelneuronen, jener Gehirnzellen, mit denen wir die Absichten und Gefühle anderer Menschen wahrnehmen können. Vielleicht aber (etwas wahrscheinlicher) haben wir nur etwas verlernt?

     

    Spiegelzellen - Radar der Gefühle

    Wir können, bei anderen Menschen intuitiv erkennen, was los ist. Auch ohne Worte, manchmal sogar entgegen dem, was gesagt wurde. Das wurde an vielen Versuchen klar. Wir leben in einem zwischenmenschlichen Beziehungsfeld, das es ermöglicht die Gefühle und Absichten anderer intuitiv zu verstehen. Nicht nur der Ausdruck unserer Mimik, sondern auch die Gefühle werden von einem Menschen auf den anderen übertragen und zwar positive sowie auch negative.

     

    die Absicht der anderen erkennen

    „Der Vorgang der Spiegelung passiert simultan, unwillkürlich und ohne jedes Nachdenken. Von jeder wahrgenommenen Handlung wird eine „interne Kopie“ hergestellt, so, als vollzieht der Beobachter die Handlung selbst. Unfehlbarkeit als auch Untrüglichkeit wurde in einer Vielzahl von Experimenten geprüft. Dabei wurde klar, dass diese Zellen im Stande sind mehr zu erkennen und wahrzunehmen, als unsere Augen. Jede Regung, jede Zuckung auch wenn sie noch so klein ist wird registriert, selbst Stimme oder Tonlage finden Eingang und eine automatische Auswertung.“ (vgl J. Bauer) Neurologen sind sich einig, dass Spiegelzellen nicht nur notwendig sind für ein „normales“ Heranwachsen eines Menschen, sondern um die Absichten anderer zu verstehen und ebenso für die Entwicklung von Sprache und Kommunikation grundlegend sind.

     

    Sympathie ist ansteckend

    Ein Studienergebnis der „positiven Psychologie wies nach, dass eine positive Kommunikation ausschließlich in win/win Situationen entsteht. Nur „gute Gefühle“ aktivieren das Beziehungsverhalten und die damit verbundene Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit. Mitarbeiter von Sophie Scott vom University College London beschrieben im Dezember 2006 im Journal of Neuroscience, „Lachen sei ansteckend, weil die für Spiegelneuronen bekannten Areale dann besonders aktiv seien, wenn man positive Gefühlsausdrücke beobachte“. Es bringt viel, nicht jeden als seinen Gegner zu sehen und zu verdächtigen.

     

    das MehrWertprinzip

    Ein weiteres sehr imposantes Ergebnis von Studien zeigte, dass, wenn wir einem anderen Gegenüber Dankbarkeit ausdrücken, die Glückshormone nur so sprudeln und den Dankbaren, als auch der davon betroffenen Person, überkommen ein Gefühl von Freude. Der einfache Grund: weil man sich selbst dabei näher kommt und – welch fulminanter Nebeneffekt – auch dem Anderen näher ist.


    nur Beziehung ist Wachstum

    „Vertrauen ist das Fundament, auf dem alle unsere Entwicklungs-, Lern- und Sozialisierungsprozesse aufgebaut werden. Glücklich sind Menschen immer dann, wenn sie Gelegenheit bekommen, ihre beiden Grundbedürfnisse nach Verbundenheit einerseits und Wachstum andererseits stillen können. Wenn sie also in der Gemeinschaft mit anderen über sich hinauswachsen können. Wer das erleben darf ist glücklich.“ (vgl. Hüther 2011)

     

     

    Buchempfehlung

    Woher wir wissen, was andere fühlen...MARCO JAKOBONI, Dt. Verlagsanstalt

    Was wir sind und was wir sein können, GERALD HÜTHER, S.Fischer 2011

    Der Glücksfaktor, MARTIN SELIGMANN, Bastei Lübbe





"Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und zugleich zu hoffen, dass sich etwas ändert." Albert Einstein