NEURONIE  -  Hirnwissenschaft, Schaltkreise, Denkbausteine


  • "Probleme kann man niemals in derselben Denkweise lösen, mit der sie entstanden sind." (A. Einstein)

    

    weiteres Artikel auf dem smileworks-blog

     

    23.03.13


    AUTOPILOT IM KOPF

    Würde man Sie fragen, ob Sie bewusst oder unbewusst denkend durchs Leben gehen, wären Sie vielleicht empört. Die Realität ist dennoch: "Das Hirn schaltet so oft es kann auf Autopilot und arbeitet dadurch energiesparend, schnell und exakt. Wir brauchen die Kraft für Neues, eventuell Gefahrvolles", sagt G. Roth (Neurologe/Uni Bremen). Noch deutlicher sieht es B. Millner (Neuropsychologien/Uni Montreal):  "wir können uns eine permanent bewusste Denkleistung gar nicht leisten, permanente Aufmerksamkeit benötigt viel zu viel Energie".

     

    die Macht der Routinen

    Ein Beispiel? - Zählen Sie einmal so schnell wie möglich von 1- 10 und bemerken Sie wie einfach und mühelos und schnell Sie diese Aufgabe lösen. Nun zählen Sie noch einmal von 1 - 10 aber jetzt einmal....... durcheinander. Bereits diese kleine Veränderung eines bekannten Schemas benötigt viel mehr Energie, Aufmerksamkeit und Zeit . Falls Ihnen dieses Beispiel zu banal erscheint, probieren Sie das gleiche mit dem Alphabet.

     

    Spuren im Kopf

    Je öfter wir einen Gedanken haben, desto stärker wird die Verbindung jener Zellen, die dieser Gedanke braucht. Auch die Automatik, welche unser Gehirn diesen Gedanken von selbst gehen lässt, nimmt zu.  Diese Mechanismen haben natürlich enorme Vorteile, denn sie helfen, ohne nachdenken zu müssen, schnell und zeitsparend zu agieren. Die andere Seite jedoch ist,  dass sich oft "begangene Wege" automatisieren und dadurch bei negativen Gedankengängen zu belastenden und sogar gesundheitsschädigenden Selbstläufern (Depression) werden können.

     

     

    17.02.12


    NEUE GEDANKEN - NEUES GEHIRN

    "Unsere Handlungen bestimmen, wer wir sind: so wie wir handeln, so werden wir sein. Weil unsere Natur aus sich heraus leer ist und keine bestimmte Form hat, haben wir immer die Möglichkeit, uns neu zu erschaffen. Wenn der Wille da ist, schein das Potential grenzenlos zu sein", sagt Fred Gage (Salk Institut), einer der führenden Neurologen.

    "Depressionen und andere Gemütskrankheiten können behandelt werden, indem man den Geist dazu bringt, auf das Gehirn Einfluss zu nehmen und nicht dadurch, dass man es mit zweifelhaften Chemikalien überschwemmt Etwas so scheinbar Unbegreifbares wie ein Gedanke kann also auf das Gehirn einwirken und die Verknüpfungen der Nervenzellen so verändern, dass Krankheiten geheilt, ein größeres Empathievermögen oder moralische Kraft entwickelt werden".

     

    Neuroplastizität - das geistige Potenzial

    Dass sich unser Gehirn bis zum Lebensende verändern kann, wurde erst in den letzten Jahren von der jungen Wissenschaft unumstößlich belegt.

    Lange galt nach dem altwissenschaftlichen Dogma der Unveränderlichkeit das Hirn  ab einem gewissen Zeitpunkt als "ausgewachsen", so wie der Körper des jungen Menschen nach der Pubertät "ausgewachsen" ist. 

    Das Gehirn ist der physische Sitz der Persönlichkeit. Hier werden Wissen, Charakter und Emotionen, sowie Erinnerungen und Überzeugungen gespeichert. Als Reaktion auf Handlungen und Erfahrungen verstärkt das Gehirn in bestimmten Bereichen die Aktivität und lockert sie in anderen.

     

    messbare Gedanken

    Das Meiste davon geschieht als unmittelbare Folge auf das, was wir in der Aussenwelt tun oder erleben. Die Forschungsergebnisse legen sogar den Schluss nahe, dass Veränderungen im Gehirn allein durch rein geistige Aktivitäten bewirkt werden können. Denkt man nur an  Klavierspielen,  bewirkt dies bereits eine messbare physische Veränderung im motorischen Kortex. Auf diese Art und Weise kann eine positiv bestimmte Denkweise zur geistigen Gesundheit führen.

     

    anders denken, anders fühlen

    "Indem sie anders mit den Gedanken umgehen, die sie in den Strudel der Verzweiflung zu ziehen drohen, können Patienten mit Depressionen die Aktivität in einen Bereich des Gehirns erhöhen und in einem anderen verringern und so das Risiko eines Anfalls minimieren. Wenn das Gehirn sich verändern kann, dann können auch wir uns verändern.

     

     

    24.01.12


    HIRNFORSCHUNG UND ACHTSAMKEIT

    Durch Achtsamkeit werden die Informationen, die unsere Sinne aufnehmen was wir sehen, riechen, hören, fühlen und schmecken im Bewusstsein registriert und in unserem Gedächtnis gespeichert. Was wir wahrnehmen wird tatsächlich davon bestimmt, auf was wir unsere Aufmerksamkeit richten". (vgl. Sheron Begley / Goldmann 2004 /Auszüge aus dem Buch /Neue Gedanken neues Gehirn / Bericht einer Konferenz 2004, des Dalai Lama mit den besten Gehirnforschern der Welt)

     

    Neurogenese - Bausteine der Gedanken

    Reine körperliche Aktivität reicht aus, um neue Gehirnzellen hervorzubringen. Dieser Zusammenhang zwischen körperlicher Betätigung und einer anregenden Umgebung wurde immer deutlicher. "Wir kamen zum Ergebnis, dass freiwillige Bewegung die Anzahl der Gehirnzellen erhöht, wodurch sich neue Nervenzellen bilden" erklärte Gage, "und wir glauben, dass eine anregende Umgebung das Überleben dieser Zellen fördert.

     

    den freien Willen herausfordern

    Herausforderungen können bewirken, dass eine große Anzahl dieser Zellen überlebt und sich in die Schaltkreise einfügt. Bewegung erzeugt Neuronen, die anregende Umgebung fördert den Erhalt der neuen Zellen, Cage entdeckte, dass eine freiwillige Bewegung zu einer verstärkten Neurogenese führte, Freiwilligkeit scheint der Schlüssel zu einer Neubildung zu sein".

     

     

     

    12.01.12


    STRESS ZERSTÖRT SYNAPSEN

    Bei diversen Untersuchungen wurde aber auch sichtbar gemacht,  dass die Bildung neuer Nervenzellen durch Stress beeinträchtig wird. Chronischer Stress hat sehr starke Auswirkungen auf die Neurogenese oder das räumliche Gedächtnis. "Wenn Menschen unter Stress ernsthafte Probleme mit ihrem Gedächtnis haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Stress, dem sie ausgesetzt sind, sich infolge einer verminderten Neurogenese negativ auf die Funktionen des Gehirns auswirkt. Wenn das Gehirn mit Stresshormonen überflutet wird, tötet das die Nervenzellen und reißt die Synapsen auseinander". (vgl. Sheron Begley / Goldmann 2004 /Auszüge aus dem Buch /Neue Gedanken neues Gehirn / Bericht einer Konferenz 2004, des Dalai Lama mit den besten Gehirnforschern der Welt)

     

    Humor und gute Gefühle

    Gerade in diesem Zusammenhang  zeigt sich Humor als ein sehr effektives Werkzeug. Humor bewirkt einen Ausstieg aus negativen Denkkreisläufen, bringt neue Gedankengänge und fördert damit die Neuroplastizität. Methoden und Techniken wie das TdU (Theater der Unterdrückten) und die Impro erzeugen über spielerische Herausforderungen die Voraussetzungen für die Bildung neuer Nervenzellen.

     

    stresskilling

    In der Verbindung mit Lachen ist Humor ein purer Stresskiller, dabei wird die physische und psychische Immunität gesteigert. "Lachen ist der Anfang der Befreiung. Wir müssen lernen, weniger verbissen und ernst zu sein und uns innerlich zu lösen. So gesehen ist Humor ein wesentlicher Bestandteil des Erwachens".( (Kenneth S. Leong)

     

    mehr auf dem smileworks-blog

     

    Buchempfehlung

    Sharon Begley neue Gedanken, neues Gehirn Goldmann 2007

    Norman Doidge - Neustart im Gehirn Campus 2008

    Daniel G. Amen - das glückliche Gehirn Goldmann 2010




„Wo alle das gleiche denken, denkt niemand besonders viel“ Walter Lippmann