GESUNDHEIT  -  Resilienz, Salutogenese, Gesundheit


  • "Optimisten sind Menschen, die wissen wie schlecht die Welt ist. Pessimisten sind die, die es täglich erleben müssen ." (Sir P. Ustinov)

    

     

    25.04.2013


    Resilienz...das Geheimnis der inneren Stärke

    Das Konzept der Resilienz oder seelischen Widerstandskraft erklärt, weshalb manche Menschen mit Belastungen fertig werden, unter denen andere zu zerbrechen scheinen. Es gibt Menschen, die schwierigste Lebensbelastungen bewältigen. Man wundert sich, dass diese vom "Schicksal geprüften" gefestigt und im psychischen Gleichgewicht  bleiben, obwohl sie zum Beispiel mit dem Tod von geliebten Menschen, Trennungen, Niederlagen, Gewalt u.ä. konfrontiert wurden. Diese Widerstandskraft kann man sich, wenn sie nicht angeboren ist, in jeder Lebensphase aneignen oder erwerben.

     

    Kraft der Seele

    Welcher Fähigkeiten bedarf es, um aus Krisen gestärkt hervorzugehen? Die Ergebnisse von Studien der letzten Jahre zeigen - jede Krise lässt sich bewältigen, vorausgesetzt, wir entwickeln und schulen unsere innere Stärke. Resilienz bedeutet in der Biologie: Elastizität, Spannkraft, Schwung. In der Psychologie wird damit die Widerstandsfähigkeit beschrieben, mit der  Menschen Krisen meistern und schwere Momente bewältigen.

     

    Narben und Kratzer

    Seit über 30 Jahren sucht die Resilienzforschung nach den Faktoren, die einen Menschen eine Situation meistern lassen, den anderen zermürbt. Ausgelöst wurde das Interesse durch die Beobachtung, dass nicht alle Kinder, die in extrem belastenden Verhältnissen aufwachsen, in ihrer Entwicklung beeinträchtigt sind, oder sogar später als Erwachsene, zwangsläufig, mit den Folgen ihrer Kindheitsereignisse zu kämpfen haben. Wieso können manche Menschen mit ihren Furchen und Narben leben und andere verzweifeln am Kratzer?

     

    Innere Ressourcen

    Um als resilient zu gelten, ist es offenbar wichtig, die Fähigkeit zu haben, die eigene Situation zu erkennen und verändern zu können. Sie macht es möglich aus der Opferrolle herauszugehen, die eigenen Fähigkeiten dazu zu nutzen, Potenziale, Ressourcen zu entwickeln und Herausforderungen anzunehmen. Diese Menschen wachsen an Kriesen, nutzen diese als Chance oder als Möglichkeit zu wachsen und sich zu bilden. Mittlerweile existiert ein klares Konzept für Resilienz, welche mit sieben Basics, eine überschaubare und praktische Anleitung geben:

    • Realisierung u. Vertrauen in Fähigkeiten
    • Lösungsorientierung
    • Soziale Fähigkeit Empathie
    • Lösen von der Opferrolle
    • Optimismus u. Humor
    • Autonomer Selbstwert
    • Zukunftsorientierung

     

     

    07.03.2013


    Selbstwert und Dinge die gut tun

    Krisenzeiten erfordern anfangs ein großes Maß an Erkenntnis und Akzeptanz. Verdrängung gilt oft als  scheinbar einfacherer Weg, dennoch ist die Realisierung ein zentraler Aspekt. Resiliente Menschen sehen zuerst hin und wenn es auch noch keine klaren Gedanken oder Lösungen gibt, ist ihnen bewusst, dass die Zeit kommt, in der sie wissen, was zu tun ist. In dieser ersten unklaren Phase ist Loslassen, Wut, Ärger, Trauer wichtig aber danach, das Sammeln von Energie, Selbstwert oder Dingen die gut tun, ein zentraler Faktor. Akzeptanz und Realisierung mobilisieren in uns eine eigene Kraft, sie aktivieren Potenziale und Ressourcen.

     

    Einsteins Prinzip

    Klagen und Beschwerden sind zwar  Möglichkeiten  auf eine Krise oder schwierige Situation zu reagieren: "Warum ich?", "Weshalb so?", "Womit hab ich das verdient?". Dass daraus keine Veränderung oder Alternativen entstehen können, ist offensichtlich. Solche Fragen bringen nichts, sie setzen die Spirale der Hilflosigkeit in Gang. Die Orientierung für eine Lösung beginnt mit Eigenverantwortung. Erst sie, ermächtigt in eigener Kompetenz, dem Gefängnis der Gewohnheit zu entfliehen und dadurch neue Möglichkeiten als auch Wege zu finden. Nur so ein Schritt erzeugt Erkenntnis oder wie Albert Einstein das Prinzip für Entwicklung beschrieb: "Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind".

     

    Vorteil mit Gefühl

    Ein wichtiger Aspekt ist, dass krisenerschütterte Personen die Bereitschaft haben mit ihrem sozialen Umfeld über  die Sorgen zu sprechen und nicht krampfhaft versuchen, Probleme im Alleingang zu lösen. Psychologische Studien weisen vielfach darauf hin, dass Menschen, die ihre sozialen Fähigkeiten nutzen einen großen Vorteil gegenüber Einzelkämpfern haben. Empathie ist ein ganz wesentlicher Faktor für Selbstwert und Selbststärkung. Entwicklung war aus evolutionärer Sicht immer nur im sozialen Kontext möglich.

     

    aus der Opferhaltung kommen

    Eine der interessantesten Ergebnisse der Resiliezforschung war jene, dass die Bewältigung von Traumen, Krisen und Belastungen immer im Zusammenhang mit dem Ausstieg aus der Opferrolle steht. Auch wenn man sich als Opfer von Umständen sieht, so ist der Verbleib in diesem Gefühl ein schlechter Ratgeber, vorallem keine Hilfe. Mit dem Schritt aus der Opferhaltung und dem Erkennen, dass auch bei schicksalhaften Ereignissen die Änderung von Vergangenheit unmöglich ist, eröffnet sich eine Strategie, die allen resilienten Menschen gemeinsam ist, nämlich jene, dass es die Zukunft ist, die Veränderung ermöglicht. Anstatt: "Ich kann nicht", wählen sie Worte wie "Ich will es versuchen, ich probiere etwas Anderes". 

     

    Humor and more 

    Zentrale Hilfsfaktoren für gleich mehrere Basics im Aufbau von Resilienz sind Humor und eine optimistische Haltung. Humor setzt hilfreich bei der Lösungsorientierung durch Änderung der Perspektive, dem Aufbau  empathischer und sozialer Kompetenz an, sowie dem Umgang mit Schuld oder Fehlern und folgend der Bildung des autonomen Selbstwertes. Eine optimistische Denkhaltung fördert den Zugang für neue Lösungen und schärft den Blick auf eine positive Zukunft.

     

    wir haben immer recht

    Optimismus, das zeigt die Positive Psychologie, hat sehr viele  Vorteile. Denn unabhängig von der Tatsache, dass sich Optimisten  besser fühlen, über mehr Energie, Kraft und Vitalität verfügen, bewahrheitet sich in den Studien auch eindeutig die von Henry Ford so trefflich formulierte Wahrheit: "Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht, du wirst auf jeden Fall recht behalten."

     

     

    26.02.2013


    Autonomer Selbstwert

    Wir tendieren schon bei kleinen Missgeschicken innerlich zu Sätzen wie: "Das ist ja wieder typisch" oder "immer das Gleiche". Wir haben von klein an gelernt auf  Fehler zu achten, sie zwar zu korrigieren aber trotzdem  ein schlechtes Gewissen zu haben. Wir machen uns schuldig für Etwas, wo es oft gar keine Schuld gibt. Eine Entwicklung, die  sich im Laufe unseres Lebens nicht ändert, eher verstärkt.

     

    das "ich bin nicht gut genug" Konzept

    Das Konzept der Schuld erhöht den Minderwert und verringert den Glauben an sich selbst. Wenn man seinen eigenen Wert zu schätzen beginnt, ändert sich buchstäblich das Leben. Sich zugestehen  etwas gut gemacht zu haben, ist der Beginn des autonomen Selbstwertes. Solange wir uns nur darauf konzentrieren Fehler auszugleichen, verabsäumen wir, den Eigenwert zu erkennen, die Talente, Stärken und Potentiale zu nützen. Wir realisieren gar nicht, dass es die guten Gefühle sind, die uns in unserer Entwicklung weiter und vorwärts bringen. Die gesamte Lebenseinstellung ändert sich.

     

    der Regen erfand den Schirm

    Krisen, Probleme oder auch Niederlagen als etwas Vorübergehendes zu erachten ist notwendig, da sich sonst nur schwer der Vorhang depressiver Sichtweise hebt. Herausforderungen waren eine Grundvoraussetzung  um Entwicklung, neue Ansichten, Modelle oder Strategien stattfinden zu lassen. Neues Denken zeigte, dass sich nicht die Sonne um die Erde dreht und ebenso, dass diese keine Scheibe ist. Wie es aussieht, ist es der Wandel von Paradigmen, welcher Veränderung einleitet und erzeugt.

     

    10.000 Wege

    Dafür benötigt es aber die Erkenntnis, dass es nicht nur jene Wahrheit gibt, die gerade existiert. In dem Moment, in dem wir akzeptieren, dass es auch andere Wahrheiten gibt, als die, in der wir gerade leben, in diesem Moment öffnet sich das Tor für eine veränderte Zukunft.Ein Mann, dessen "glühende Birne" der Welt zur Erleuchtung verhalf, Thomas Edison, sagte dazu:"Ich habe nicht versagt. Ich habe nur 10.000 Wege gefunden, wie es nicht funktioniert" und weiter "Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben, der sichere Weg zum Erfolg ist immer, es erneut zu versuchen."

     

    Theater der Unterdrücken / Theater der Befreiung

    Es gibt verschiedene Methoden und Modelle der Entwicklung von Resilienz - das NEO Modell, die Olson Faktoren oder das oben dargestellte Konzept - wobei natürlich die Umsetzung eines theoretischen Modells in die Praxis eine zentrale Rolle spielt. Das von Boal entwickelte TdU /glück/ ist eine hervorragende Methode, sich zu entdecken, immer wieder zu versuchen und zu erfahren, wie man seine Stärken und Talente erfolgbringend nutzen kann. In Verbindung mit Humor kann dabei sogar aus Ernst, Freude entstehen.

     

     

    Buchempfehlung

    Lösel / Bender - Erziehung zwischen Risiko und Resilienz - Reinhard 1999

    Joachim Bauer - das Gedächtnis des Körpers - 2004




„Wo alle das gleiche denken, denkt niemand besonders viel“ Walter Lippmann