IMPRO  -  Begeisterung, bipotenzial Denken, Kreativität


  • „Unter den Menschen gibt es viel mehr Kopien als Originale.“  (Pablo Picasso)

     

    Begeisterung, Dünger fürs Gehirn

    "Für nichts lassen sich Menschen, auch schon als kleine Kinder, mehr begeistern als für das, was wir Glück nennen. Nur wenn sich ein Mensch für etwas begeistert, kommt in seinem Gehirn die Gießkanne mit dem Dünger in Gang. Das neurobiologische Signal der Begeisterung wird bis in die Zellkerne weitergeleitet, ...um genau das zustande zu bringen, was dieser Person „am Herzen“ lag und weshalb sie sich so begeistert hatte..und diese Entscheidung trifft nicht die Umwelt sondern nur die eigene Bewertung.“ (vgl. G. Hüther 2011*)

     

    per Mausklick ins Glück?

    Aber wir landen nicht durch einen Mausklick in diesen Gefühlen sondern dadurch, dass wir uns Dingen öffnen, die uns begeistern,  uns inspirieren und unsere Neugier wecken. Es ist ein Gefühl, das uns auf unerklärliche Weise reicher macht, leichter und beschwingter. Wenn wir erleben, das etwas funktioniert, wenn wir entdecken was wir können, worin wir wirklich gut sind und dabei authentisch zu unsere individuellen Ressourcen finden. Und welche Wege führen uns dorthin?

     

    bekannte Tore öffnen

    Die ersten Lebensjahre benützen Menschen vorrangig die rechte Hirnhälfte und entwickeln die linke (rationale) Seite erst später, im 2 – 3 Lebensjahr. Gedanken, Ideen, Bilder und Sinneseindrücke werden von der rechten HH bearbeitet. Wegen dieses Entwicklungsverlaufs vermittelt uns die rechte Hirnhälfte ein direktes Gefühl des ganzen Körpers, Informationen fließen aus dem Körper, Emotionen und Erfahrungen machen sie zum Sitz unseres emotionalen und sozialen Ichs.*

     

    warum? warum? warum?

    Die Entwicklung der linken Seite läuft an wenn Kinder Warum? Warum? Warum? zu fragen beginnen*. Sie ist Sitz des Sprachzentrums und tut im Grunde das was man auf den ersten Blick Denken nennen würde. Sie denkt in Sprache, Begriffen, logisch, analytisch, schlussfolgernd, maßstäblich. Studien haben gezeigt, dass bei vielen Menschen die linke Hirnhälfte bedeutend besser durchblutet und mit Sauerstoff versorgt wird, Grund dafür ist der erhöhte Anteil verstandesgeprägten Denkens und Handelns.

     

    Fehl(endes) Potential

    So kommt es, dass ein Übergewicht unserer Denkbahnen den Weg in die linke, sprachlich denkende Gehirnhälfte weist. Das Ergebnis ist folgenschwer. Es entstehen Fehlmechanismen. Ist das linke Gehirn durch permanente Nutzung besser durchblutet, sind die eingeprägten Denkbahnen tief und die Gewohnheiten fest, dann erledigt dieser Mechanismus Aufgaben und Probleme, die eigentlich in der Präferenz und dem Potential der rechten Hemisphäre wären.

     

    bipotentiales Denken

    klingt kompliziert, ist es aber nicht. Es integriert wieder beide Seiten (rechtes und linkes denken), macht vor allem Spass, fördert Interesse, Neugier und Begeisterung und nützt das Potential beider. Wir öffnen dadurch wieder den Zugang zur inneren Wahrnehmung und damit zu unseren ureigenen Anlagen, Bedürfnissen und Fähigkeiten.

     

    ein Blick, für das was möglich ist

    Wird die rechte Gehirnhälfte aktiviert, sind wir zu außergewöhnlicher Kreativität und Leistungen fähig, Sie agiert in einem "ich sehe die Welt in ihren Möglichkeiten" Modus und nicht wie links "ich sehe die Welt in entweder/oder, schwarz oder weiß". Die rechte Seite spielt auch eine größere Rolle, wen wir mit Stress fertig werden, denn sie ist seit unserer Kindheit, der Spezialist für Selbstberuhigung.*

     

    Schlagfertigkeit ist Kreativität im Fluss

    Da die meisten von uns nach der Bestätigungs- und Ablehnungs Methode erzogen worden sind, ist eine permanente Selbst-Erlaubnis nötig, um sich zu entdecken, zu erkennen und aus den Schranken allgemein geistiger Zensur und hauptsächlich von Selbst-Zweifel zu befreien. Schlagfertigkeit, Spontaneität und Kreativität kommt aus unserem inneren Selbst. Was wir auszudrücken haben, ist bereits in uns, wir sind es selbst. Kreativität besteht also darin, ..die Hindernisse, die den natürlichen Fluss blockieren, zu entfernen. (V. Spolin)

    

    Schlüssel zur Kreativität

    Improvisation ist der Schlüssel und das Geheimnis zur Kreativität. Diese Momente geschehen, wenn man die Selbst- oder Fremdkontrolle loslässt und schwupp! – schon kommt die Muse herbeigebraust. Wie lernt man Improvisation? Die einzig mögliche Antwort besteht aus einer Gegenfrage: Was hält uns davon ab? Der Kern der Improvisation ist das freie Spiel des Bewusstseins. Man fühlt Klarheit, Kraft, Freiheit, während Unvorhergesehenes aus einem herausspringt. Die Voraussetzungen sind, Spielfreude, Konzentration, Liebe, Übung, Geduld, Mut, Vertrauen, Risiko und Fehler. Nur dadurch kommen unsere Potentiale zum Vorschein, wir können sie erproben, entfalten und integrieren.

     

    Improvisationstheater

    „Es gibt kaum etwas Beglückenderes als diese seltenen Momente im Leben, in denen man spürt, wie der von den täglichen Problemen zu eng gewordenen Blick sich wieder zu weiten beginnt, wie einem das Herz aufgeht und die Ideen übersprudeln. Als ob jemand einen Vorhang beiseite gezogen hätte, sind die festgefahrenen Bilder, die man als Erwachsener im Kopf hat, momentan verschwunden. Der Kopf ist wieder frei, man kann tief durchatmen und bekommt eine Ahnung davon, wie es wäre, wenn......ja genau......wenn man die Welt wieder unvoreingenommen und vorurteilsfrei betrachten könnte.  Was in diesen Momenten im Gehirn passiert, ist nichts Ungewöhnliches. Hier tritt etwas zutage, was in der Konstruktion des menschlichen Gehirns von Anfang an angelegt ist, die Fähigkeit zur Öffnung und Erweiterung.“ (vgl. G. Hüther)*

     

    die Illusion der Perfektion

    Bewusstwerdung ist stets mit Affekten, Gedanken, Erinnerungen und Körperempfindungen verbunden. Gelingt es, seinen Erfahrungen einen fühlbaren Sinn zuzuschreiben, erfährt man einen Zustand der Entspannung. Improvisation ist eine freie, unsere Potentiale, Entwicklung und Kreativität fördernde Handlung, so können im freien Spiel der Spontaneität, Fehler und Irrtümer begangen werden. "Hab keine Angst vor Fehlern. Es gibt keine". (M.Davis).

    

    Spontaneität - Freiheit im Geist

    "So erweitert sich die Fähigkeit, seine eigenen Potenziale, Talente und Individualität zu entdecken. Die einzige „Aufgabe“ ist Erfahrung (Erleben), denn wenn sie einmal „befreit“ wird, setzt sie sich wie Ringe auf einer Wasseroberfläche fort". (V. Spolin)

     

    "Um glücklich zu werden, müsste ein Mensch die durch negative Erfahrungen entstandenen Verschaltungsmuster und die einengenden Vorstellungen, Überzeugungen und Haltungen wieder auflösen. Kreativ sein heißt also nicht in erster Linie – Neues zu erfinden, sondern das bereits vorhandene Wissen auf eine neue Weise miteinander zu verbinden". (Gerald Hüther)

     

    "Die Erzeugung des Neuen besorgt nicht der Intellekt, sondern der Spieltrieb. Der schaffende Geist spielt mit den Objekten, den er liebt". (C.G. Jung)

     

    "Neues, oder sich neuen Ideen und Erfahrungen auszusetzen, fördert das Wachstum neuer Verbindungen zwischen bestehenden Neuronen. Neue Erfahrungen fördert die Entstehung neuer Neuronen". (Dan Siegel)

     

    „Der Kopf ist deshalb rund, damit das Denken die Richtung ändern kann“.(Francis Picabia)

     

    VIEL KREATIVITÄT UND FREUDE, smilewors :)))

    

    

    Buchempfehlung

    Improvisationstechniken, VIOLA SPONIN, Junfermann 2005

    Bedienungsanleitung fürs Gehirn, G. HÜTHER,Vandenhoeck/Ruprecht 2010

    Was wir sind und was wir sein könnten, GERALD HÜTHER, S. Fischer 2011

    Das Tao der Kreativität, STEPHEN NACHMANOVICH, S.Fischer 2008

    die Alchemie der Gefühle, DAN SIEGEL, Kailash 2010


    




„Kreativität kann beinahe jedes Problem lösen. Die kreative Handlung, der Sieg des Originellen über die Gewohnheit, überwindet  alles“. George Lois