BURN+OUT  -  Autopilot, Erschöpfung, Wandelbarkeit


  • "An die Stützen, die wir wanken fühlen, klammern wir uns doppelt fest." (M.v. Ebner-Eschenbach) 

     

    Autopilot im Kopf

    Unser Hirn schaltet so oft es kann auf Autopilot, denn dieser arbeitet energiesparend, schnell und exakt.“ (G. Roth, Uni Bremen) Wir errichten, ohne es zu merken Denk-Automatismen im Kopf, wie es die moderne Hirnforschung sichtbar macht, weil wir ohne großen Energieaufwand, automatisch den Alltag bewältigen können. Diese, von der Evolution gegebene Effektivität ist aber nicht nur hilfreich, denn wenn sich die Denk-Autobahnen durch die Erfahrungen und Erlebnisse in Richtung Stress, Misslaune, Ärger und Überforderung bewegen, dann werden wir von der Kehrseite dieses Vorteils geplagt, in diesem Fall wirkt die Dynamik negativ.

     

    das Hirn ist kein Kochtopf

    Je mehr wir negativen Gedanken nachgeben, desto stärker werden sie. Studien zeigten eindeutig, dass wenn wir schlechte Laune, Ärger oder Stress zulassen, diese Stimmung nicht abbauen, sondern – im Gegenteil, noch vergrößern - es wird nicht weniger, sondern immer mehr. Sich der bekannten Volksweisheit „Dampf abzulassen“ hinzugeben, ist eher kontraproduktiv: „Unser Gehirn ist kein Kochtopf. Im Umgang mit negativen Gefühlen liegt das Geheimnis. Die Art wie wir auf Unannehmlichkeiten reagieren beeinflusst vorrangig die Stimmung unseres Gehirns somit auch in weiterer Folge die unseres persönlichen Lebensgefühls und damit Wohlbefinden, Glück und Gesundheit.“ R. Davidson (Psychologe Uni Wisconsin-Madison)

     

    Burnout ist kein Gen!

    Als neurobiologische Ursache des Burnout-Syndroms wird ein übersteuertes Stresssystem zugleich mit einem Absturz der Motivation deutlich. Ein erhöhter Blutspiegel von Adrenalin und Cortisol bewirken eine Schwächung des Immunsystems. Burnout ist kein Gen, sondern entsteht durch permanenten Stress-Alarm, ausgelöst von einer destruktiven Geisteshaltung oder Handlungsweise. „Unsere Handlungen bestimmen, wer wir sind: so wie wir handeln, so werden wir sein“ erklärt der Neurologe F.Gage, (Salk Institut Florida) und weiter:

     

    Depression, Resignation, Niedergeschlagenheit

    "Depressionen und andere Gemütskrankheiten können dadurch behandelt werden, indem man den Geist dazu bringt, auf das Gehirn Einfluss zu nehmen und nicht damit, dass man es mit zweifelhaften Chemikalien überschwemmt“. (vgl. Begley 2007)*. Nur indem wir mit den Gedanken, die uns in diesen Strudel ziehen, anders umgehen, verändert sich die Lage, können wir den „Automatismen“ entkommen, nehmen das Steuer wieder selbst in die Hand und minimieren unser eigenes Risiko von Burnout.

     

    Wandelbar - dem "Los" entkommen

    Untersuchungen zeigten deutlich, dass ein Ausstieg aus den negativen Gedankenkreisläufen nicht nur hilfreich ist, sondern die Entfaltung negativer Emotionen verhindert und damit unsere allgemeine Stimmungslage verändert. „Wir sind zwar ein Produkt vergangener Erfahrungen, aber weil unsere Natur keine bestimmte Form hat, haben wir immer die Möglichkeit, uns neu zu erschaffen“ (F. Gage)

     

    Burnoutprävention

    Die Plastizität (Veränderbarkeit) unseres Gehirns macht es uns jederzeit möglich, aus alten Gedankenkreisläufen auszusteigen und neue zu bilden. Negative Gedanken sind also kein Los des Schicksals oder der Gene, es bringt wenig, die Eltern oder Umwelt dafür verantwortlich zu machen, ebenso wie jeden als seinen Gegner zu verdächtigen. Die beste Prävention gegen Burnout ist unsere Denkhaltung, die wir selbst wählen.

     

    use it, or loose it

    ist ein Grundprinzip der Neurologie , denn wenn wir schon den Profit der Veränderbarkeit (Plastizität) unserer Gedanken haben, dann sollten wir das schlauerweise in der Positiv-Dynamik tun. Humor wirkt dabei wie ein Aufputschmittel für einen trägen und belasteten Geist, wie ein Werkzeug um den IQ der emotionalen Intelligenz zu stimulieren und in die Richtung zu bringen, die uns Gutes bringt.

     

    Optimisten leben klüger und länger

    Die positive Psychologie entdeckte, - (das gilt auch für Pessimisten oder selbsternannten Realisten) -  „Optimisten leben nicht nur länger sondern klüger und besser“. Dabei wies Lisa Aspinwal nach, „dass positiv gestimmte Menschen bei wichtigen Entscheidungen intelligenter und weitsichtiger handeln“. Lachen und Humor erzeugen ein Feuerwerk an Energie fördernden Hormonen (hirnchemie) in uns. Überhöhte schädliche Substanzen wie Adrenalin und Cortisol werden abgebaut und im Gegenzug, Dopamin, Serotonin als auch Endorphine ausgeschüttet. Diese „neurochemischen Glücksboten“ sind Treibstoffe für Motivation, Kreativität oder Wohlgefühl, bringen Energie und neue Gedanken, damit stellt jeder eine sichere Weiche, vor dem Burnout.  

    

    Buchempfehlung

    - Brief an mein Leben, MIRIAM MEKEL, rowohlt Verlag

    - Die Biologie der Angst, GERHALD HÜTHER, Vandenhoeck & Ruprecht

    - Mit Leib und Seele, wie wir Krisen bewältigen, BORIS CYRULNIK, Hoffmann und Campe

     




"Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und zugleich zu hoffen, dass sich etwas ändert." Albert Einstein